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Future of Work – Zukunft Personal Europe 2019

Event Rückblick: Zukunft Personal Europe 2019

Die Arbeitswelt von morgen – ein komplexes Thema was uns alle beschäftigt und daher nicht ohne Grund im Fokus der Zukunft Personal Europe 2019 stand. Unsere HR Ambassadorin Helena war für Euch einen Tag auf der Messe unterwegs und hat sich den wichtigsten Fragen zur Future of Work gestellt. In diesem Beitrag nimmt Euch Searchtalent mit auf die größte Zukunft Personal Europe aller Zeiten.

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The Future of Work – unter diesem Motto stand die diesjährige Zukunft Personal Europe Messe in Köln. Als die größte Personalmesse Europas mit über 800 Ausstellern, mehr als 450 Vorträgen und Workshops auf mehr als 400.000 qm wurde dieses Jahr auch ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert, 20 Jahre Zukunft Personal und Searchtalent mitten drin!

Mit einer Eröffnungsrede von Ralf Hocke, Geschäftsführer der Spring Messe Management/Zukunft Personal Europe und Arbeitsminister Hubertus Heil startete der Tag. Ralf Hocke hob zum 20-jährigen Jubiläum die Entwicklung und das stetige Wachstum der Messe hervor.

Für ihn geht damit die zunehmende Relevanz und Wichtigkeit des Themas Human Resources einher. Mit dieser zunehmenden Relevanz und den stetigen Veränderungen entsteht umso mehr Verantwortung. Als besondere Herausforderung sieht Hocke für die Zukunft den Fachkräftemangel und die Digitalisierung.

Fachkräfte zu finden und zu binden, langfristig weiterzuentwickeln, Vertrauen aufzubauen und die Lust auf Unbekanntes zu wecken wird auf der einen Seite eine große Rolle spielen. Auf der anderen Seite wird die Gestaltung der Unternehmenstransformation im Einklang mit der Digitalisierung von Bedeutung sein. Hierin verbirgt sich auch die Chance für HR, durch die aktive Mitgestaltung und Einflussnahme eine stärkere Position zu verschaffen und als vollwertiger Partner auf Führungsebene wahrgenommen zu werden, so Ralf Hocke.

Hubertus Heil, Arbeitsminister widmet sich in seiner Eröffnungsrede den Fragen: Wo findet die Arbeit der Zukunft statt? oder: Was wird aus den Menschen, die einen Job ausüben der in Zukunft durch die Digitalisierung wegfallen wird?

Dies sind für ihn Fragen, die sich sowohl HR als auch die Politik stellen muss. Eine gemeinsame Aufgabe sieht er darin, Mensch so zu fördern und auszubilden, so dass sie in der Lage sind die Arbeit von morgen ausüben zu können. Die Anforderung an die Politik, um dies realisieren zu können – das Arbeits- und Sozialrecht neu gestalten. Einen ersten Schritt in diese Richtung wurde 2019 mit dem Qualifizierungschancengesetz getan. Hierauf muss zukünftig aufgebaut werden. Er plädiert für gemeinsame Chancen, mehr Schutz für alle Seiten und dafür den technologischen Wandel zu gestalten. Denn wie Roosevelt schon meinte:

 “We have nothing to fear but fear itself.”

Mit diesem gelungenen Start in die Zukunft Personal Europe 2019 begann ein Tag mit vielen Eindrücken zu den unterschiedlichsten Themen, die im Bereich HR und Recruiting relevant sind. Natürlich wollen wir Euch unsere besuchten Vorträge und Workshops nicht vorenthalten.

AI or Not AI? - Die Vorteile von AI für die Personalvermittlung nutzen

Nach diesem Auftakt ging es zum Vortrag von Bullhorn, die sich dem Thema AI (Artificial Intelligence, oder auch KI – Künstliche Intelligenz) widmeten. Sie zeigten auf, wo Artificial Intelligence bereits verwendet wird, etwa als Bots oder Natural Language Processing, aber auch was zukünftig möglich sein kann:

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Hierfür sind folgende Voraussetzungen nötig:

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Zu unterstreichen ist, dass diese technischen Hilfen den Recruiting Alltag vereinfachen, Prozesse beschleunigen und verschlanken können, jedoch werden sie nie die menschliche Komponente ersetzen, die ein Recruiter mitbringt. Das wichtigste im Recruitingprozess bleibt der menschliche Kontakt.

Was macht gutes Personalmarketing & Recruiting aus?

Nach dem Ausflug in zukünftige technische Möglichkeiten ging es zum bunten Hund Stefan Scheller, der mit seinem HR-Blog auch als Persoblogger bekannt ist. In seinem Vortrag widmete er sich der Thematik Personalmarketing & Recruiting.

Wie lässt sich ein Vortrag anschaulich gestalten? Stefan Scheller entschied sich für die Variante einer Story. Die Stellenausschreibung als Wurm am Angelhaken in einem Becken voller Fische. Die Frage – wem schmeckt dieser Wurm, wie macht man diesen schmackhaft bzw. wem soll dieser Wurm schmecken. Oder besser – ist es der richtige Wurm der dem richtigen Fisch schmeckt?! Daraus lässt sich für Recruiting und Personalmarketing ableiten, es ist wichtig seine Zielgruppe zu kennen.

Hat man dies ermittelt, stellt man schnell fest, dass nicht alle potenziellen Kandidaten aktiv auf Jobsuche sind. Vielmehr gibt es eine große Gruppe latent wechselwilliger Kandidaten, die man ansprechen sollte. Um den Fokus auf diese latent Wechselwilligen zu erweitern, gilt es entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, wie aktiv auf Social Media Kanälen zu werben oder Guerilla Recruiting zu betreiben.

Wenn man dann die richtigen Fische gefunden hat, ist eine Kommunikation auf Augenhöhe das A&O. Diese wird nicht nur von der HR-Abteilung, sondern auch der Fachabteilung gefordert. Um auf dem neuesten Stand zu bleiben und sein Wissen zu erweitern empfiehlt Stefan, sich intensiv mit Personalstudien zu befassen, diese kann man unter anderem kostenfrei auf seinem Blog beziehen.

Working Out Loud - In komplexen Zeiten vernetzen

Nach den Tipps von Stefan Scheller ging es zum Workshop von Sabine Kluge zum allseits beliebten Thema Working Out Loud (WOL).

Viele Unternehmen stehen vor dem Problem, dass Wissen an einzelne Mitarbeiter gebunden ist. Verlässt ein Mitarbeiter das Unternehmen, so geht auch das Wissen verloren. Am Ende ist Wissen jedoch nur dann nutzbar, wenn es ständig geteilt wird. Um diesen Verlust von Wissen entgegenzuwirken gibt es verschiedene Ansätze. Einer davon ist Working Out Loud von John Stepper. Dieser Ansatz setzt darauf, dass Menschen sich miteinander vernetzt, sich über ihre Projekte austauschen, aktiv zugehört wird und jeder Anregungen/Ideen einbringen kann – unabhängig vom fachlichen Hintergrund.

Sabine Kluge sieht die Aufgabe des HR darin, Makro-Kompetenzen zu vermitteln, die Lust aufs Lernen zu fördern, Vertrauen zu schenken und nicht zuletzt, dass man seine Probleme offen anspricht. All das wird die Produktivität steigern, das Wissen teilen und aufrechterhalten.

Natürlich wurde im Rahmen des Workshops die Methode auch im Selbstversuch angewendet. Aufgeteilt in Gruppen starteten wir mit WOL. Meiner Gruppe hat diese Methode so zugesagt, dass wir uns dazu entschieden haben diesen Selbstversuch weiterzuführen. Als Tipp: Testet es selbst!

Mehr Infos zu WOL findet Ihr dazu auch in diesem Beitrag: Working Out Loud in der Definition​

New Work neu verstehen und gestalten

Im Anschluss an diesen Selbstversuch ging es zum Vortrag von Henrik Zaborowski über das Thema: “New Work heißt, den Menschen neu zu entdecken”. Henrik widmete sich hier der Frage: Wie sieht das aktuelle Menschenbild aus und stimmt dieses noch?

Um diese Frage zu beantworten nutzte Henrik historische Herleitungen und beschäftigte sich damit, wie viel im Leben durch Zufall oder aber durch unsere selbstbestimmten Entscheidungen geschieht. Er kommt zu dem Ergebnis, dass der Mensch stark von den sozialen Bedingungen geprägt wird, in die er hineingeboren wird. Um hier ein Learning zu bewirken, ist es wichtig Feedback zu geben und sich selbst zu fragen: Welchen Anteil habe ich an dem Verhalten oder den Entscheidungen, die ein anderer Mensch trifft?

Henrik Zaborowski plädiert dafür mehr Vertrauen zu schenken, um Chancen zu ermöglichen. Selbstreflektiertes Verhalten, über den Tellerrand schauen, Potenziale erkennen und diese zu fördern.

„Wir sind aneinander Rettung und dürfen nicht nur den Spiegel vorhalten, sondern müssen uns fragen, welchen Teil haben wir daran? Wir müssen Vertrauen und Chancen bieten, um Menschen zu fördern“ – Henrik Zaborowski

Für Personaler bedeutet dies, nicht nur das Offensichtliche aus einem CV zu sehen, sondern aktiv zuzuhören, Vertrauen zu schenken und (versteckte) Talente zu fördern.

Erfolgreiches Do-it-Yourself Employer Branding

Zum Abschluss des Tages ging es zu Anne Engelshowe, Autorin des Blogs Salon der Guten, und ihrem Vortrag zu “Do-it-Yourself! Eine Anleitung für mehr Eigeninitiative im Employer Branding”.

Der Grundstein für gutes Employer Branding liegt bereits bei der Arbeitgebermarke. Arbeitgeber müssen sich genauso vermarkten wie herkömmliche Produkte in einem Supermarkt. Hier ist man beispielsweise gern bereit aufgrund von guter Werbung 1€ – 2€ mehr auszugeben, für ein attraktives Produktversprechen. Übertragen auf das Employer Branding bedeutet dies:

  1. Vertrauen aufbauen
  2. Konsistent sein
  3. Mitarbeiter einbinden (diese sind Zielgruppe, Botschafter, Mitgestalter in einem)

Eine strategische Auseinandersetzung ist hierfür grundlegend nötig. Am besten wächst eine Brand von innen nach außen. Daher spricht vieles dafür Teile im Employer Branding selbst zu machen, zumal es die Authentizität steigert und Mitarbeiter wertschätzt. Wie man am besten an das Thema herantritt hat Anne in einem Leitfaden zusammengefasst: 

  1. Know-How aufbauen
  2. Verbündete im Unternehmen finden, besonders wichtig – die Geschäftsführung
  3. Externe Dienstleister hinzuziehen, bei denen Ressourcen fehlen
  4. Mut und Durchhaltevermögen mitbringen. Employer Branding benötigt Zeit und Geduld
  5. Wissen, wo die Grenzen sind, egal ob personell, finanziell oder auch Betriebsblindheit

Daraus ergeben sich final auch Annes 4 Tipps für ein erfolgreiches Do-it-Yourself Employer Branding:

  1. Den Auftrag bei der Geschäftsführung einholen
  2. Budget planen
  3. Rollen und Verantwortungen klären und verteilen 
  4. Was kann intern und was muss extern bewerkstelligt werden 

Wenn man diese wichtigen Punkte berücksichtigt, genügend Zeit und Ressourcen einplant und das Ganze strategisch angeht, kann man vieles im Employer Branding selbst authentisch umsetzen. Also Do-it-Yourself! 🙂 

Die komplette Präsentation von Anne Engelshowe findet Ihr direkt hier:

Do it yourself Employer Branding

Future of Work - Gemeinsam meistern wir jede Herausforderung

Mit zahlreichen Eindrücken ging ein langer und aufregender Tag auf der Zukunft Personal Europe 2019 zu Ende. Wir kamen mit vielen Fragen und hohen Erwartungen und gingen mit vielfältigen Antworten, mehr Zuversicht, Anregungen und neuen Ideen.

Neben der Tatsache, dass das Thema Personal stetig an Bedeutung gewinnt und die Digitalisierung einige Prozesse vereinfachen wird, nehmen wir eben so mit, dass der Mensch unersetzlich bleibt. Im Gegenteil, die menschliche Komponente wird auch in Zukunft immer wichtiger werden.

Vor allem zählt hier die Wertschätzung im Recruitingprozess, mit der wir über den Tellerrand/Lebenslauf hinausschauen und dabei betrachten, was der Einzelne für Talente hat. Oder die Lust am Lernen zu wecken, so dass der Einzelne sich traut offen über seine Probleme zu sprechen und man gemeinsam an Lösungsansätzen arbeitet. Bis hin zur aktiven Mitgestaltung der Arbeitgebermarke, die – wenn sie von innen heraus wächst – stärker, authentischer und nachhaltiger ist.

Mit diesen Eindrücken freuen wir uns auf die Future of Work.

Über unsere Autorin

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Helena Bergmann| HR Ambassadorin von Searchtalent

Helena ist als HR Ambassadorin und Recruiterin bei Searchtalent aktiv. Durch ihre Doppelrolle ist sie bestens mit dem Tagesgeschäft der Recruiter vertraut und kennt deren Herausforderungen. Darüber hinaus ist sie als HR Ambassadorin in der HR-Szene unterwegs. Immer dort, wo die neusten Personaler-Themen diskutiert werden und aktuelle Trends im Recruiting oder Employer Branding präsentiert werden. Sie brennt für das Thema Personal und versucht ihren Lesern diese Leidenschaft in jedem ihrer Beiträge mitzugeben.

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