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Social Media Recruiting – 4 Grundsätze für den Erfolg

4 Tipps für erfolgreiches Social Media Recruiting

Wer vorausschauend und auf Dauer junge Talente erreichen will, kommt an den sozialen Medien nicht vorbei. Social Media Recruiting ist demnach schon länger mehr als nur Trend. Elisa Pietrasch von CLEVIS Consult erklärt Euch daher in diesem Beitrag, wie Social Media Recruiting funktioniert und welche grundlegenden 4 Dinge es dabei zu beachten gilt.

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Neues Personal über soziale Netzwerke finden? Nichts einfacher als das, möchte man meinen – haben sich doch Facebook, Instagram, YouTube und Co. längst in unser aller Alltag eingeschlichen. Ganz so simpel ist Social Media Recruiting aber dann doch nicht, denn es ist nicht damit getan, freie Stellen zu posten.

Social Media Recruiting kurz erklärt

Unter Social Media Recruiting versteht man die Nutzung von sozialen Netzwerken, um neues Personal zu gewinnen und die Employer Brand zu stärken. Diese Art des Personalmarketings lässt sich in zwei grobe Kategorien einteilen:

Profile Mining

Über Business-Netzwerke wie LinkedIn und Xing suchen Personaler nach Personen, die potenziell zum Unternehmen passen könnten. Es geht dabei nicht zwingend darum, eine bestimmte Position zu besetzen. Ebenso ist es möglich, dass ein Talent Pool für künftige freie Stellen angelegt werden soll.

Social Distribution bzw. Active Sourcing

Die zuvor ausfindig gemachten Personen werden kontaktiert. Das kann per Direktnachricht oder auch per Anzeigenwerbung passieren. So sollen diese Kandidaten/Kandidatinnen auf das Unternehmen aufmerksam gemacht werden – selbst, wenn sie vielleicht gerade nicht an einen Jobwechsel denken.  

Egal, auf welche Weise soziale Netzwerke in die Strategie zur Personalbeschaffung integriert werden: Diverse Statistiken zum Thema Social Media Recruiting haben gezeigt, dass diese Vorgehensweise für viele Branchen großes Potenzial hat. Wer dem Trend folgen möchte, sollte jedoch die folgenden 4 Ratschläge beherzigen…

1. Social Media Recruiting ist mehr als Stellenausschreibungen

Soziale Netzwerke bieten die praktische Möglichkeit Jobausschreibungen ohne großen Zeit- und Kostenaufwand zu verbreiten. Doch das ist nur eine von vielen Spielarten des Social Media Recruitings. Letztendlich handelt es sich nämlich um ein ganzheitliches Konzept, das u. a. mit folgenden Bereichen verschränkt ist:

Employer Branding

Wer qualifizierte Arbeitskräfte akquirieren möchte, muss sich aktiv um das Firmenimage kümmern. Das kann z. B. bedeuten, dass Mitarbeiter/innen auf Social Media zu Wort kommen oder es einen kurzen „hinter den Kulissen“-Clip gibt – was auch immer sich anbietet.

Achtung: Diese Imagemaßnahmen müssen selbstverständlich der Wahrheit entsprechen. Lobeshymnen von Angestellten, die insgeheim alles andere als begeistert sind und sich unter Druck gesetzt fühlen? Keine gute Idee.

Content Marketing

Auch Stellenanzeigen und Branding-Maßnahmen sind Teil einer festen Content-Strategie. Dementsprechend gehört es zum Social Media Recruiting, alle Maßnahmen sinnvoll in die Gesamtstrategie zu integrieren und in den Content-Redaktionsplan aufzunehmen.

Je nach Branche ist es wichtig, auf verschiedenen Kanälen präsent zu sein – allerdings nicht nach dem Motto „viel hilft viel“. Insgesamt geht es darum, die richtige Plattform mit dem richtigen Content zu bespielen. Wer sich dieser Aufgabe gewachsen sieht, hat mit Social Media ein wertvolles Recruiting-Tool an der Hand.

2. Profile müssen aktiv gepflegt werden

Mit Social Media lässt sich viel Zeit sparen – und doch wieder nicht, denn ein erfolgreiches (d. h. reichweitenstarkes) Profil will gepflegt werden. Social Media Recruiting beginnt nicht mit der neuesten Stellenanzeige, die im Facebook-Feed veröffentlicht wird, sondern schon lange davor. 

Jeder Beitrag, jeder Kommentar, jeder Share, den ein Unternehmen auf Social Media teilt, bedeutet für andere Nutzer und den jeweiligen Algorithmus: Auf diesem Profil passiert etwas. Ein unverzichtbares Signal, denn niemand interessiert sich für „tote“ Profile. 

Social Media Recruiting hat also viel mit Community Management und Networking an sich zu tun. Wer nicht bereit ist, diese Zeit zu investieren, wird umso länger auf Erfolge warten müssen.  

3. Professionell oder unkonventionell? Beides!

Ein Motto, das Unternehmen beim Social Media Recruiting am besten ganz schnell vergessen, lautet: „Das war schon immer so und das bleibt auch so.“ Natürlich ist es einerseits wichtig, sich professionell zu geben und das Business-Image konsequent zu pflegen. Andererseits gelten auf sozialen Netzwerken eben eigene Regeln, was den Kommunikationsstil betrifft. Gefragt sind:

schnelle Reaktionszeiten

lockerer Tonfall

Es geht also darum, die richtige Mischung aus Nahbarkeit und Professionalität zu finden und zu vermitteln.

4. Nie ohne konkrete Zielsetzung

Das übergeordnete Ziel von Social Media Recruiting ist es, geeignetes neues Personal zu finden – doch das allein kann als Zielsetzung alles und nichts bedeuten. Umso wichtiger ist es konkrete Teilziele zu definieren, z.B.:

  • Brand Awareness steigern
  • Kommunikationswege verbessern
  • in den nächsten X Wochen eine bestimmte Zahl an Bewerbungen bekommen

Social Media Recruiting - Eine Frage der Detailarbeit

Social Media Recruiting klingt auf den ersten Blick selbsterklärend und nach einer schnell erledigten Aufgabe: Stellenanzeigen posten, zurücklehnen und auf Bewerbungen warten. Hinter dieser Art der Personalgewinnung steckt jedoch wesentlich mehr Aufwand – eine umfassende Strategie und laufende Betreuung der Social-Media-Profile sind gefragt.

Dieser Aufwand zahlt sich allerdings aus, wenn man bedenkt, dass wir alle durchschnittlich 142 Minuten pro Tag auf sozialen Netzwerken verbringen – ein Potenzial, das Unternehmen bei der Suche nach neuen, talentierten Arbeitskräften nicht ignorieren sollten.

Über unsere Gastautorin

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Elisa Pietrasch | Senior-Consultant bei CLEVIS Consult

Elisa Pietrasch ist Senior-Consultant bei CLEVIS Consult, eine Unternehmensberatung aus München, welche HR-Prozesse digitalisiert und die damit verbundene Transformation begleitet. Als Expertin für nachhaltiges und effizientes HR-Management ist sie bestens mit den Potentialen vertraut, welche Social Media Plattformen für das Recruiting bieten. Durch den zunehmenden Druck auf dem Arbeitsmarkt ist bereits heute eine hohe Agilität von Unternehmen gefragt. Sie empfiehlt daher, die zahlreichen Vorzüge der Plattformen bestmöglich für die jeweilige Recruiting-Strategie zu nutzen.

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