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Macht Schluss mit dem Benefit Bullshit Bingo!

Der Obstkorb bringt auch nichts, wenn der Rest scheiße ist

In vielen Stellenanzeigen liest man von attraktiven Benefits – von New Work Kultur zum Fitnessangebot, bis hin zum legendären Obstkorb wird einiges geboten. Doch im Ernst, wie spannend und glaubhaft ist dieses Benefit Bullshit Bingo noch? Wir zeigen, worauf es wirklich bei einem echten Traumjob ankommt und was Recruiter daraus lernen können.

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Das Benefit Bullshit Bingo hat sich mittlerweile gut in vielen Stellenangeboten etabliert. Aber ACHTUNG an alle Recruiter – zwar mag Punkt X und auch vielleicht Punkt F auf den ersten Blick spannend sein, aber machen diese Benefits auch auf Dauer ein gutes Employer Branding aus? Fakt ist – der neue Mitarbeiter wird nicht glücklich, weil er jeden Tag eine braungefleckte Banane aus dem Obstkorb nimmt. Hinter einem echten Traumjob steckt bekanntlich einiges mehr, daher – weg vom Benefit Bullshit Bingo und zurück zu den Werten, die wirklich im Job zählen.

Der Bedürfnispyramide auf den Grund gehen

Bevor man sich mit der Sahne und der Kirsche auf dem Eis beschäftigt, ist es zunächst wichtiger über die grundlegenden Bedürfnisse eines Mitarbeiters nachzudenken. Die Faktoren, die primär in der Job-Bedürfnispyramide liegen, wurden bereits in verschiedenen Studien ermittelt. In einer Stepstone Studie kam man beispielsweise auf diese drei Traumjob-Faktoren:

Freiheit

Verantwortung und Verwirklichung, statt Obst und Fitness

Hinter dem Begriff Freiheit steht die Selbstverwirklichung. Wir wollen Raum für Ideen, möchten uns weiterentwickeln und nicht zuletzt ein individuelles Maß an Verantwortung übernehmen. Die folgenden Punkte können daher wichtige Teile in Stellenausschreibungen sein:

  1. Weiterbildungen auf Wunsch möglich
  2. Vielfältige Projekte mit Eigenverantwortung
  3. Raum für Kreativität und Ideen

Sinnhaftigkeit

Arbeit muss Sinn machen, bevor wir unsere Benefits auch genießen können.

Arbeit mit Sinn und Verstand gehört ebenfalls zu den Grundbedürfnissen, die in erster Linie erfüllt sein sollten. Das bedeutet – Aufgaben, die bereichern und eine Arbeitsorganisation, die schnell und flexibel funktioniert. Selbst wenn wir in unserer Arbeit einen Sinn sehen – kommen wir nicht voran, sind wir frustriert. Arbeitsprozesse müssen daher kürzer und Kommunikation klarer funktionieren und effektiv umgesetzt sein, um die eigene Sinnhaftigkeit der Arbeit überhaupt erst spüren zu können.

Was bedeutet das – Bevor man Benefit Bullshit Bingo spielt, sollte das Unternehmen im Kern optimiert funktionieren. Die Grundlage: Kurze Entscheidungswege, optimale Struktur, klare Kommunikation, Flexibilität und viel Feedback.

Wer das bieten kann, darf dies auch gerne in seinen Stellenanzeigen authentisch präsentieren.

Teamgefühl

Team ist grausig, Chef ein Monster - Wer will da schon lange bleiben?

Der ein oder andere kennt es – stimmt der Wohlfühlfaktor mit Chef und Team nicht, steigt die Wechselbereitschaft enorm. Daher ist es wichtig keine leeren Versprechungen zu geben oder Standard-Phrasen zu nutzen. Einige Beispiele: “Wir haben flache Hierarchien.”, oder “Die Kollegen sind freundlich, flexibel, hilfsbereit und hoch motiviert.”

Jeder Mensch nimmt Situationen im Unternehmen unterschiedlich wahr. Daher sollte man bei Aussagen über das Team und den CIO in Stellenanzeigen vorsichtig sein. am Ende hilft hier nur ein entscheidender Satz:

“Bei einem persönlichen Kennenlernen kannst Du Dir einen Eindruck von unserem Team machen, wir freuen uns auf Dich!”

Statt Versprechungen zu geben, sollte sich jeder ein eigenes Bild vom Team und von der Unternehmenskultur machen. Jeder hat andere Bedürfnisse und Erwartungen.

Faktor Gehalt - Ohne Moos nichts los

Neben den absoluten Grundlagen der Job-Bedürfnispyramide steht natürlich auch das Gehalt. Selbst wenn die Arbeit glücklich macht und einige attraktive Benefits geboten werden. Ohne ein passendes Gehalt können wir nicht leben. Es geht dabei nicht um ein luxoriöses Dasein, sondern um finanzielle Sicherheit und die Möglichkeit sein Privatleben aktiv zu gestalten ohne Existenzängste zu haben. So steht auch das Gehalt noch klar vor dem Benefit Bullshit Bingo. – Der Tischkicker im Büro wird zuhause nicht für einen vollen Kühlschrank sorgen.  

Es gibt keine Zauberformel für die richtigen Benefits

Zum Abschluss – Es wird nie die richtige Standardlösung für Benefits in Stellenanzeigen geben. Am Ende muss man individuell auf jede Zielgruppe, und später gar auf jedes Individuum selbst eingehen. Fakt ist aber – sind die grundlegenden Bedürfnisse nicht erfüllt, braucht man gar nicht erst mit dem Benefit Bullshit Bingo anfangen.

Natürlich ist ein gutes Mittagessen, ein Obstkorb, kostenlose Besuche im Fitness-Studio oder der eigene Firmen-Laptop eine feine Sache. Dieser Bonus erfüllt aber erst seinen Sinn, wenn die Basis wirklich stimmt und wenn die jeweilige Zielgruppe auch wirklich Interesse an diesen Benefits hat. Am besten entwickelt man daher von Zeit zu Zeit gemeinsam mit dem Team gewünschte Benefits, die auch wirklich zu einem Mehrwert führen.

Bietet den Mitarbeitern das, was sie wirklich brauchen! In diesem Sinne wünschen wir auch weiterhin viel Erfolg beim Recruiting.

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