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Recruiter wollen nur Profit machen – Lebenslaufdealern auf der Spur

Vorurteile über Personalvermittler - Vivien klärt auf #3

Recruiter wollen nur Profit – diesen Vorwurf dürfen sich Personalvermittler recht häufig anhören. Doch wie kommt es, dass die Personalbranche seit Jahren ein Imageproblem hat? Unsere Recruiterin Vivien ist der Sache auf den Grund gegangen und klärt diverse Vorurteile über Personalvermittlungen in ihrer Blog-Reihe auf. Personaler und ihre Arbeit – wir zeigen, wie es wirklich läuft!

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Vorurteil: Recruiter wollen nur Profit machen und dealen dann auch gerne mit Lebensläufen.

Ein Kandidat wurde vom Kunden abgelehnt? Kein Problem, einfach direkt an den nächsten Kunden geschickt. 50 passende Kandidaten im Pool? Einfach mal alle an den Kunden schicken, irgendeiner wird schon passen. Je schneller, desto besser. Ist die Stelle nämlich schnell besetzt, sind mehr Kapazitäten für Aufträge da.

Personaler sind eher CV-Sammler und keine Lebenslaufdealer!

Ein guter Personalvermittler ist zwar oft ein CV-Sammler, aber keinesfalls ein Lebenslaufdealer wie oben beschrieben. Auch der Begriff “Sammler” sollte hier nicht falsch aufgefasst werden. Sollte ein Kandidat für eine Stelle doch nicht passen, aber im Allgemeinen ein sehr gutes Profil aufweisen, könnte er vielleicht später mal bei einem anderen Kunden mit einer ähnlichen Stelle passen. Mit Einverständnis der Kandidaten werden sie in den Kandidaten-Pool aufgenommen und können so bei passenden Vakanzen schneller kontaktiert werden. Solche Recruiter denken langfristig, sparen sich die erneute umständliche Akquise und helfen dem Kandidaten vielleicht bereits 1 – 2 Monate später eine andere Stelle zu finden. 

So läuft der wahre Vermittlungsprozess von Pool-Kandidaten ab

Wenn eine passende Position reinkommt, schickt ein Personalvermittler nicht blindlings die Unterlagen an den Kunden. Zunächst fragt er den Kandidaten, ob diese Position für ihn von Interesse ist bzw. ob er aktuell überhaupt offen für einen neuen Job ist. Gegebenenfalls wird daraufhin nochmal ein Gespräch vereinbart, um zu schauen, ob es wirklich passt (zudem können so die entsprechenden Unterlagen upgedatet werden). Erst wenn der Kandidat sein “Go” gibt, werden seine Unterlagen an den Kunden geschickt. Ohne die Zustimmung des Kandidaten geht nichts, denn ein Arbeitsverhältnis muss auf beiderseitigem Interesse beruhen. Bereits hier kann man sagen, dass das Vorurteil “Recruiter wollen nur Profit” widerlegt werden kann.

Dazu kommt – die Quote der Pool-Kandidaten, die sich wirklich für die Stelle interessieren, kann sehr unterschiedlich sein. Es kommt vor, dass Massen an potenziellen Kandidaten im Pool vorhanden sind, aber die Stelle für sie einfach uninteressant ist. Andere Kandidaten stellen im Zuge einer solchen Nachfrage fest, dass sie gar nicht mehr wussten, dass sie sich in einem solchen Pool befinden und dies auch eigentlich nicht mehr möchten (Hier sollte man regelmäßig nachfragen). So ist ein riesiger Kandidaten-Pool zwar oft eine Hilfestellung für den Personalvermittler, um eine Stelle zu besetzen, gleichzeitig muss das aber niemals bedeuten, dass der Richtige dabei ist und die Stelle schnell besetzt werden kann.

Es ist zwar das Ziel eines Personalvermittlers die Stelle schnellstmöglich, aber auch richtig zu besetzen. Nur weil sich nach kurzer Zeit ein Kandidat findet, der Interesse bekundet und interviewt wird, heißt es nicht zwingend, dass dieser auch der Richtige für die Position ist. Als Personalvermittler sollte man sich eher die Zeit nehmen, um zu überprüfen, ob der gefundene Kandidat tatsächlich passt, auch wenn es manchmal länger dauert.

  • “Vorab sollte man jeden einzelnen Kandidaten prüfen – egal ob aus dem Kandidaten-Pool oder beim Active Sourcing. Positionen müssen darüber hinaus so lange betreut werden, bis jemand passenden gefunden ist, dem die Stelle zusagt und der auch den Kunden zufriedenstellt.”

    Vivien Pohl

    Recruiterin von Searchtalent

Schnelle Massenübermittlung macht wenig Sinn

Zu sagen, “Recruiter wollen nur Profit machen” und schieben dabei die Kandidaten vom einen zum anderen Kunden wäre falsch. Personalvermittler versuchen keineswegs ihre Kandidaten schnell an den Mann zu bringen, weil sie nur auf Profit aus sind, auch wenn eine schnelle Besetzung den Optimalfall darstellt, sollte darunter die Qualität nicht leiden. Eine Massenübermittlung an den Kunden macht in der Regel wenig Sinn und ist kein Garant dafür, dass die Stelle dadurch schneller besetzt wird und auch wenn ein Kandidaten-Pool hilfreich ist, es muss immer von beiden Seiten passen.

Über unsere Autorin

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Vivien Pohl | Recruiterin bei Searchtalent

Vivien ist Recruiterin bei Searchtalent mit dem Fokus Tech-Recruiting. Sie übernimmt neben Remote-Projekten auch Projekte beim Kunden vor Ort. Dort unterstützt sie vor allem Startups im gesamten Prozess von der Stellenausschreibung bis zur Vertragsunterzeichnung. Dabei ist ihr Ziel nicht nur die Kundenzufriedenheit, sondern auch den Bewerbern eine sehr gute Candidate Experience zu bieten.

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