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Jobmatching – Der direkte Weg zum Traumkandidaten

In welchem Takt schlägt das Herz Ihres Traumkandidaten?

Das man Bewerber heute nicht mehr nur mit einem guten Gehalt locken kann, haben viele Unternehmen mittlerweile verstanden. Doch passen die Benefits der Unternehmen nicht zu dem, was sich der Kandidat wünscht, bringt auch der Anreiz über die sogenannten Heart Skills nichts. Wie Jobmatching diese Hürde beseitigen kann, erklärt Bernd Vögele (Personalberater & Geschäftsführer von BirdieMatch) in diesem Beitrag.

Verwechslungsgefahr: Jobmatching ist nicht gleich E-Recruiting

Das simple Hochladen einer Stellenanzeige im world wide web hat nichts mit dem Begriff Jobmatching zu tun. Dahinter verbirgt sich vielmehr ein Algorithmus, der Arbeitnehmer und Arbeitgeber passgenau zusammen bringt.

Wie bei einem Partnerportal geben beide Seite an, was sie für den jeweils anderen attraktiv macht. Dabei geht es nicht nur um die Haarfarbe, die Größe oder den Beruf. Je genauer die Angaben darüber, was man sich von seinem Partner wünscht und welche Vorstellungen man für die Zukunft hat, desto passgenauer das Match und die Chance, dass es sich beim nächsten Treffer um den Traumpartner handelt.

Nicht anders funktioniert das Jobmatching. Die Anforderungen und Wünsche von Arbeitgebern und Arbeitnehmern werden abgeglichen und gematched. Dabei gilt: je genauer die Profile von beiden Seiten ausgefüllt werden, desto besser funktioniert das Matching.

Jobsuche - Digitalisierung erfordert schnellere und einfachere Wege

Was sind nun die Vorteile von Jobmatching? Statt sich durch eine Fülle von Bewerbungen arbeiten zu müssen, deren Formulierungen zu schwammig sind und nicht auf die tatsächlichen Fähigkeiten der Bewerber schließen lassen, werden die gewünschten Skills und Erfahrungslevel automatisch mit den Werten gematcht, welche die Kandidaten in Ihrem Profil angegeben haben. Das spart Zeit und Geld, da der Scan eines Profils beim Matching nur eine Sekunde dauert und sich das Anheuern eines Headhunters und die damit verbundene Provision für das Unternehmen erübrigen.

Personaler können sich dadurch wieder verstärkt darauf konzentrieren, was nach dem Auswahlprozess passiert und worauf der Kernfokus liegen sollte – nämlich den Kontakt und das Interview mit dem passenden Kandidaten.​

Wer den War for Talents gewinnen will, muss die Herzenswünsche seiner Kandidaten kennen

Im War for Talents reicht es nicht mehr aus, einen Kandidaten mit einem guten Gehalt zu locken. Zusatzleistungen, wie flexible Arbeitszeiten, betriebliche Altersvorsorge und Coachings machen den Unterschied. Sucht man seine Mitarbeiter mit Hilfe einer Jobmatching-Plattform, lassen sich auch diese Benefits mit einbeziehen, wodurch das Unternehmen für die Kandidaten attraktiver wird. Matcht der Arbeitgeber passende Kandidaten und kann sie trotzdem nicht davon überzeugen, sich für das Unternehmen zu entscheiden, lohnt durchaus ein Blick auf die Benefits, die sich die potenziellen Kandidaten wünschen.

Jedoch sollte auch hier klar sein: nicht jeder Mitarbeitervorteil wird (noch) als eben jener wahrgenommen. So zählt die freie Internetnutzung heute kaum mehr als attraktives Benefit, wohl auch deshalb, weil beinahe jeder Arbeitende ein Smartphone besitzt. Unterschiede gibt es nicht nur zwischen Generationen, die Herzenswünsche der Mitarbeiter unterscheiden sich auch nach der Branche.

Laut einer aktuellen Studie über die Generation Y (die Generation derjenigen, die zwischen den frühen 1980er und späten 1990er Jahren geboren wurde), informieren sich knapp 63 Prozent über die angebotenen Benefits eines Arbeitgebers, für den sie sich interessieren. Schaut man sich jedoch verschiedene Branchen an, gibt es auch hier Unterschiede. Die Nachfrage nach Motivatoren in der Logistikbranche beispielsweise steigt mit dem Alter. Hier fragen Mitarbeiter ab einem Alter von 29 Jahren eher nach Vorteilen, als die jüngeren Kandidaten.

Kein Algorithmus ersetzt das persönliche Kennenlernen

Es gilt also: Unternehmen, die Jobmatching als Recruiting-Möglichkeit nutzen, haben nicht nur die Chance, damit schneller passgenaue Kandidaten zu finden und diese mit ihren Benefits zu überzeugen, sondern können aus den Angaben ihrer Matches lernen, welche Mitarbeitervorteile sie möglicherweise noch anbieten sollten. Am Ende kommt es jedoch auch darauf an, ob die Chemie stimmt. Wie bei einem Datingportal kann auch der Algorithmus beim Jobmachting nicht zu 100 % vorhersagen, ob es zwischen beiden Seiten passt. Der persönliche Kontakt durch ein Bewerbungs- bzw. Kennenlerngespräch ist und bleibt unersetzlich.

Über unseren Gastautor

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Bernd Vögele | Geschäftsführer von BirdieMatch

Im Ursprung ist Bernd Vögele Verkehrsfach/Betriebswirt und gelernter Speditionskaufmann, heute ein erfahrener Personalberater mit dem Schwerpunkt Logistik, Spedition und Transport. Nach der Ausbildungszeit arbeitete er in namhaften Speditions- und Logistikunternehmen in Managementfunktionen und später in einer Personalberatung. 1999 machte er sich mit einer eigenen Personalberatung selbstständig. Dunkel, Vögele & Associates ist ausschließlich für die Branchen Logistik, Spedition, Transport und KEP tätig. Gemeinsam mit Josef Schindler gründete er 2015 zusätzlich das Job-Matching-Tool BirdieMatch, das Unternehmen und Jobsuchende in der Logistik passgenau zusammenbringt.

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