Green Recruiting
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Green Recruiting: Klimafreundlich Personal gewinnen

Immer mehr Unternehmensprozesse werden ökologisch nachhaltiger. Wie sich auch die Personalgewinnung umweltfreundlich ausrichten lässt, beschreibt das sogenannte Green Recruiting. Dafür stehen Unternehmen die unterschiedlichsten Maßnahmen zur Verfügung, zum Beispiel grüne Benefits und Teamevents. Vorsicht jedoch vor Greenwashing! Dieses kann sich sogar negativ auf die Mitarbeitergewinnung auswirken.

Green Recruiting

Was bedeutet „Green Recruiting“?

Green Recruiting Definition:

Green Recruiting („grüne Personalbeschaffung“) bezeichnet den Prozess, mithilfe von nachhaltigen HR-Strukturen neue Mitarbeiter:innen zu finden und für sich zu gewinnen. Bestenfalls wird der gesamte Recruiting-Prozess ökologisch nachhaltig ausgelegt.

Ähnlich zum Green Recruiting ist das Green Human Resources Management (GHRM), das alle Aktivitäten im Personalmanagement umfasst, die das Umweltbewusstsein in Unternehmen fördern. Neben der Personalgewinnung fallen unter GHRM auch alle anderen HR- und Unternehmensprozesse.

Ziele des Green Recruiting

Von Green Recruiting ist immer häufiger zu lesen – und immer mehr Unternehmen, vom Startup bis zum Konzern, setzen auf klimafreundliche Methoden zur Mitarbeitergewinnung. Das sind drei Gründe dafür:

1. Klimaschutz: Recruiting ist essenzieller Bestandteil eines jeden Unternehmens – ohne Mitarbeiter:innen kein Geschäft. Wer seine HR-Prozesse grün gestaltet und dadurch seine CO2-Emissionen sinkt, leistet einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Es darf nicht vergessen werden, dass das Bewusstsein für Umweltschutz in der gesamten Gesellschaft gestiegen ist – auch in den Unternehmen. 

2. Mitarbeitergewinnung: Gleichzeitig haben Unternehmen durch die grüne Ausrichtung die Chance, mehr Bewerber:innen auf sich aufmerksam zu machen und von sich zu überzeugen. Im Zeitalter des „War for Talents“ kann Nachhaltigkeit zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden, da Umwelt- und Klimaschutz für immer mehr Menschen an Bedeutung gewinnt – gerade für die stark nachgefragte Generation Z, die neu auf den Arbeitsmarkt strömt. Demnach kann sich das grüne Unternehmensimage insbesondere bei der Suche nach Azubis und Young Professionals auszahlen.

3. Mitarbeiterbindung: Green Recruiting hat nicht nur einen Effekt auf die Personalgewinnung, sondern auch auf die Bindung der Mitarbeiter:innen ans Unternehmen. Ein grünes Unternehmensimage trägt zur Arbeitgeberattraktivität bei. Gerade diejenigen, denen Klimaschutz besonders am Herzen liegt, können sich so stärker mit ihrem Arbeitgeber identifizieren.

7 Maßnahmen, um Green Recruiting umzusetzen

Wie passt man seine bereits vorhandenen Recruiting-Prozesse also so an, dass sie nachhaltig werden? Und welche neuen, grünen Strukturen lassen sich aufbauen? Mit diesen 7 Maßnahmen sind Personaler:innen gut gewappnet – die neben der Personalbeschaffung im Übrigen ebenso auf die Mitarbeiterbindung einzahlen.

1. Digitale Personalsuche

Eine Art, um Green Recruiting umzusetzen, ist digitales Arbeiten. Durch die Covid-19-Krise sind hier viele Betriebe bereits einen Schritt (oder gleich mehrere) nach vorne gegangen. Jetzt gilt es, die digitalen Tools weiterhin zu nutzen, die aufgebauten Strukturen umzusetzen und bloß nicht in das Prä-Corona-Zeitalter zurückzufallen.

Digital zu sein beginnt bereits mit der Suche nach passenden Bewerber:innen: Statt beispielsweise Flyer auszudrucken und zu verteilen, sucht man im Internet, auf Social Media, in Online-Jobbörsen und Co. Auch Bewerbungsunterlagen wie Lebensläufe und Zeugnisse müssen nicht zwingend ausgedruckt werden, sondern lassen sich am Laptop sichten. Notizen zum/zur Kandidat:in können ebenfalls digital abgespeichert werden statt auf einem Blatt Papier. Aber Achtung: Selbst digitales Arbeiten verursacht CO2. Mehr dazu unter Punkt 4.

2. Vorstellungsgespräche neu denken

Auch Vorstellungsgespräche sollten, zumindest im ersten Schritt, digital oder telefonisch geführt werden, um sich Anfahrten zu sparen und auf diese Weise klimaschädliches CO2 zu vermeiden.

Sobald ein persönliches Kennenlernen ansteht und der/die Bewerber:in eine längere Fahrt vor sich hat, kann ihm oder ihr eine klimaneutrale Anreise ermöglicht werden, zum Beispiel mit der Bahn. Dies hat den positiven Nebeneffekt, dass die Bewerber:innen von Anfang an mitbekommen, wie sich das Unternehmen für klimaschonende Maßnahmen einsetzt. Diese Candidate Experience wird so manche/n Bewerber:in beeindrucken.

3. Grüner Arbeitsalltag

Im weiteren Sinne gehören zum Green Recruiting alle internen nachhaltigen Prozesse, sowohl in HR-Abteilungen als auch in den anderen Teams. Wird im Bewerbungsprozess auf das Klimabewusstsein im Unternehmen hingewiesen, hat dies auch positive Auswirkungen auf das Recruiting.  

Beispiele, wie der Arbeitsalltag umweltfreundlicher wird: 

– Papierloses Büro (Papier und Drucken vermeiden, digitale Tools nutzen etc.)
– Mülltrennung und Recycling im Büro
– Homeoffice-Option ermöglichen
– Plastikverbrauch reduzieren
– Ökostrom beziehen
– Regionales und saisonales Mittagessen anbieten
– Büroartikel bestellen, die fair und nachhaltig hergestellt werden
– …

Wichtig: Personalabteilungen sind dazu aufgerufen, ihre Kolleg:innen für klimafreundliches Verhalten zu sensibilisieren und zu ermutigen. Hier bieten sich Workshops, zum Beispiel zum papierlosen Arbeiten, an. Nur, wenn die Teammitglieder einbezogen werden, verankert sich Nachhaltigkeit auch in der Unternehmenskultur. 

4. Klimaschutzprojekte unterstützen

Einen Schritt weiter gehen Unternehmen, die CO2 nicht nur vermeiden, sondern in Klimaschutzprojekte investieren. Es gibt zahlreiche Non-Profit-Organisationen, die unterstützt werden können, um zum Beispiel Bäume zu pflanzen und Tierarten zu schützen. 

Für die CO2-Emissionen, die sich nicht umgehen lassen, kann der nicht vermeidbare CO2-Ausstoß kompensiert werden – wie auch wir von Searchtalent es gemacht haben. Dadurch können wir unseren Kund:innen einen vollständig klimaneutralen Recruiting-Prozess anbieten. 

5. Grüne Mitarbeiterbenefits

Lunch-Gutscheine, Sportangebote, Teamevents – kaum ein Unternehmen kommt mehr ohne Benefits aus. Warum also nicht auch nachhaltige, grüne Mitarbeiterbenefits anbieten? Diese tragen nicht bloß zum Klimaschutz bei, sondern sorgen für Aufmerksamkeit, da sie noch nicht zum gewöhnlichen Benefit-Standard gehören. Gerade für Firmen, die Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung haben, eine tolle Möglichkeit, um sich von der Konkurrenz abzuheben

Unternehmen könnten ihrer Mitarbeiterschaft Firmenfahrräder, d. h. Leasing-Räder, anbieten, die sie kostenlos für den Hin- und Rückweg nutzen kann. Weitere grüne Benefits können vegetarische/vegane Lunches, ein Elektroauto statt einem Benziner für die nächste Dienstreise oder sogar Gutscheine für Unverpackt-Läden sein – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

6. Nachhaltige Teamevents

Nachhaltiges Teamevent

Gemeinsam mit seinen Kolleg:innen etwas für die Umwelt tun: Neben grünen Benefits sind auch grüne Mitarbeiterevents möglich, ob teamintern oder teamübergreifend. Neben dem Teambuilding sensibilisiert man das Team gleichzeitig weiter für Klimaschutz. Hier sind Upcycling- oder Zero-Waste-Workshops denkbar. Bei allgemeinen Teamevents kann darauf geachtet werden, dass diese CO2-neutral sind. 

Übrigens: Auch wenn Green Recruiting ökologische Nachhaltigkeit meint, bezieht sich Nachhaltigkeit im Allgemeinen nicht nur auf das Klima, sondern umfasst genauso soziale Aspekte wie Gleichberechtigung und Chancengleichheit. Auch soziale Teamevents wie ehrenamtliche Tätigkeiten sind möglich und stärken den Teamgeist!

7. Nicht vergessen: Internetauftritt aktualisieren

Wer klima- und umweltfreundliche Maßnahmen umsetzt, der darf und sollte dies auch kommunizieren. Erst dann sind (umweltbewusste) Bewerber:innen über die Klimafreundlichkeit ihres potenziellen Arbeitgebers informiert – und erst dann kann sich Green Recruiting positiv auf die Personalgewinnung auswirken.

Die Kommunikation beginnt dort, wo Bewerber:innen zum ersten Mal mit dem Unternehmen in Berührung kommen: zumeist durch eine Stellenanzeige, in der mit einem kurzen Satz, einer Grafik oder einem Icon auf das Umweltbewusstsein der Firma hingewiesen werden sollte. Gleiches gilt für das Active Sourcing, egal ob in einem Anschreiben oder Video. Nicht zu vergessen sind die Karriereseite und die Social-Media-Kanäle, die ersten Anlaufstellen für Bewerber:innen. 

Achtung: Greenwashing sollte jedoch unbedingt vermieden werden!

Greenwashing im Green Recruiting

Auf klimafreundliche Maßnahmen hinweisen: Ja, gerne – aber auch nur dann, wenn diese tatsächlich umgesetzt wird. Wer sich mit Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit brandet, ohne, dass es die Unternehmenskultur widerspiegelt, betreibt sogenanntes Greenwashing. 

Hintergrund ist, dass Nachhaltigkeit ein Trendthema ist, auf das immer mehr Unternehmen aufspringen – mit der Hoffnung, durch grüne PR ihr Unternehmensimage zu verbessern. Tatsächlich hat es gewöhnlich den gegenteiligen Effekt, da die Kundschaft sowie Geschäftspartner:innen und Investoren, Kund:innen sowie – ganz wichtig – Mitarbeiter:innen und Bewerber:innen die unauthentische Darstellung in der Regel durchschauen. Das falsche Unternehmensbild schadet dem Unternehmen insgesamt, vor dem Hintergrund des Green Recruitings aber auch der Arbeitgebermarke sowie der Gewinnung und Bindung von Personal.

Wie viel bringt Green Recruiting wirklich?

Festgehalten werden kann: Wer Green Recruiting richtig umsetzt, erhält eine neue, kreative und effektive Strategie zur Mitarbeitergewinnung. Da Klimaschutz in der Gesellschaft allgemein eine immer bedeutsamere Rolle einnimmt, können durch eine grüne Employer Brand alle Zielgruppen erreicht werden – wobei Green Recruiting vor allem das Potenzial hat, jüngere, umweltaffine Bewerber:innen zu überzeugen. 

Dafür muss das grüne Image, das gezeichnet wird, unbedingt zum Gesamtbild des Unternehmens passen – Stichwort Authentizität. Bestenfalls ist Green Recruiting Teil einer gesamten grünen Unternehmensausrichtung. So lässt sich auch Greenwashing vermeiden. 

Unsere These: Green Recruiting ist nicht nur ein Trend, sondern gekommen, um zu bleiben. Und wer weiß – vielleicht gehören klimaschonende HR-Prozesse in ein paar Jahren schon zum Standard. Wir plädieren auf jeden Fall dafür!

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