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Question the Now – Digital Mind Change 2019

Event Rückblick: Digital Mind Change 2019

Visionäre und Querdenker kamen beim Digital Mind Change 2019 zusammen, um neue Ansätze und Ideen der Arbeitswelt zu diskutieren, Anregung zu geben und den Status quo der digitalen Transformation zu hinterfragen. Ganz nach dem Motto der Konferenz „Question the Now“ galt es alte Denkmuster zu sprengen. Wir waren zu Gast auf dem Digital Mind Change Vol. 3 in München und möchten Euch daher in diesem Event Rückblick nichts vorenthalten.

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Die Digitalisierung bringt neue Herausforderungen und Chancen für die Arbeitswelt von heute mit sich. Klassische Modelle der Unternehmensführung werden langfristig neuen agilen Formen weichen. Unternehmenskulturen stehen vor einem Wandel – Erwartungen, Interessen und Bedürfnisse von Mitarbeitern richten sich neu aus. Diese Vorzeichen boten einen vielschichtigen Nährboden für interessante Vorträge und Diskussionen beim Digital Mind Change 2019.

Schaff dich ab! Wie funktioniert Führung im digitalen Zeitalter?

TOBIAS KÖDEL

Unsere erste Station war der Vortrag von Tobias Ködel (Executive Coach & Inhaber The Beautiful Ugly Truth Consulting) zum Thema Führung, denn es gibt neue Herausforderungen, vor denen besonders Unternehmen und Führungskräfte stehen, die auf klassische hierarchische Strukturen setzen.

“Die Grenzen der Führung haben sich verschoben, die persönliche Entwicklung des einzelnen Mitarbeiters rückt immer stärker in den Fokus. Es geht nicht mehr um eine Führung von oben, denn die Grenzen von Arbeit und Privat haben sich gelockert – Führung wird emotionaler, offener und persönlicher.”

Durch den Wandel ergeben sich ganz neue Probleme und Chancen, welche wiederum neue Kompetenzen von Führungskräften voraussetzen. Tobias Ködel erkennt in diesem Zusammenhang 4 Kernkompetenzen, die eine gute Führungskraft von Morgen, seiner Meinung nach, mitbringen muss.

Zur Rahmen Kompetenz zählt:

  • Die Fähigkeit Methoden anzuwenden
  • Durch Kommunikation eine radikale Transparenz und Offenheit schaffen, um schwierige Themen anzusprechen
  • Konstruktives und wertschätzendes Feedback zu geben bzw. zu erhalten.

Es geht darum die Richtung vorzugeben, so dass sich das Team auf den kreativen Prozess konzentrieren kann. So soll die Qualität sichergestellt und verbessert werden. Als Schlüssel sieht er das Thematisieren hässlicher Dinge, um an die Wahrheit zu kommen und so die Gestaltung der Zukunft zu ermöglichen.

Die Emotionale Kompetenz umfasst:

  • Empathie
  • Sympathie
  • Verbundenheit
  • Potenzial

Eine Führungskraft muss empathisch sein, um Sympathie und Verbundenheit mit den Mitarbeitern zu erzeugen. Verbundenheit lässt sich dadurch erzeugen, indem man Tabus bricht, sich dem Team auch als private Person zeigt und auf andere einlässt. Etwa durch gemeinsamen Aktivitäten außerhalb der Arbeitszeit. Das Erkennen und Fördern der Potenziale der einzelnen Mitarbeiter gehört ebenso dazu.

Die Spirituelle Kompetenz umfasst:

  • das Selbst
  • die Achtsamkeit
  • den Sinn
  • die Schattenseite

Um andere Personen führen zu können, ist es Voraussetzung sich selbst führen zu können. Hierzu ist Achtsamkeit wichtig, um den Fokus nicht zu verlieren und Ruhe zu bewahren. Der Sinn soll die Frage klären, welchen Sinn und Antrieb die eigene Arbeit hat. Das Anerkennen und Zeigen der eigenen Schwächen umschreibt Tobias Ködel mit dem Begriff der Schattenseite.

Transformations Kompetenz bedeutet:

  • systemisches Vorgehen
  • Netzwerken
  • mutig sein

Es ist demnach wichtig, dass wir systematisch Vorgehen, das eigene Netzwerk und die der  Mitarbeiter nutzen und ausbauen. Ebenso ist es wichtig, sich im Rahmen der digitalen Möglichkeiten zu bewegen und hier auf Lösungen (z.B. für die Kommunikation) zurückzugreifen, um den Alltag zu vereinfachen. Themen gegen klassische Strukturen durchzusetzen erfordert dabei sicher einiges an Mut. Es gilt sich Raum zu schaffen, neue Grenzen abzustecken und den Willen zu haben, es „einfach mal zu tun“.

REST = RUHE

Die Anfangsbuchstaben der 4 genannten Kompetenzen ergeben zusammen das Wort REST, dies ist nicht etwa zufällig. Die Kompetenz “Ruhe auszustrahlen” und selbst ruhen ist eine Wesentliche, die jede Führungskraft besitzen sollte.

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Mit Herz und Hirn zu führen wird zukünftig immer wichtiger werden, auch als wichtiger Bestandteil eines erfolgreichen Unternehmens. Jedoch ist die traditionelle Form überholt. Die Richtung ist – weg vom Ego hin zu einer an den Bedürfnissen der Mitarbeiterorientierten Führung.

Who the fuck needs Purpose?

MONIKA SMITH

Im Anschluss an ging es zum Vortrag von Monika Smith (Agile Leadership Coach und Gründerin der Santiago Berlin GmbH) zum Thema Purpose.

Who the fuck needs Purpose? Die Frage, die sich hier einleitend stellte war – Wozu? Wozu machen wir das? Warum reden wir jetzt über Purpose?

Die Digitalisierung hat neue Möglichkeiten kreiert. Menschen sind so stark wie noch nie mit einander vernetzt. Jeder kann etwas bewegen, kann Einfluss nehmen und ist unabhängiger. Die Frage nach Sinn und Zweck des Handels stellt sich neu. Auch in der Arbeitswelt zeigt sich der Einfluss der Digitalisierung. Immer mehr Arbeitsprozesse werden durch Maschinen ersetzt. Was also passiert mit den Arbeitsplätzen von heute in der Zukunft? Wie gestaltet sich New Work und was passiert mit uns?

Monika Smith sieht hierin die Chance des Umdenkens und einer Neuausrichtung für viele Unternehmen. Werte bieten Unternehmen Missionen und Visionen, der Purpose ist ergänzend der Antrieb diese umzusetzen. Er vereint die Zutaten, Gutes zu tun und damit Geld zu verdienen. Um diese Ziele zu erreichen wird das wichtigste sein, es zu tun und nicht nur zu reden, Dinge anpacken, Change vornehmen und Impact zu schaffen, dafür plädiert Monika Smith.

Digitalisierung & Start-ups: Gut gebrüllt Löwe!

CARSTEN MASCHMEYER

Carsten Maschmeyer – Seit mehr als 10 Jahren investiert und berät der bekannte Business-Löwe Startups im Bereich der Vertriebskommunikation in Deutschland und den USA. Wer es schon immer mal wissen wollte – die Entscheidung, ob und wann er in ein Startup investiert oder nicht, macht er an 4 wesentlichen Faktoren fest.

Neben dem Finanziellen, spielen auch personelle Faktoren für ihn eine wesentliche Rolle. Der Arbeitsmarkt hat sich gewandelt, hin zu einem Arbeitnehmermarkt, dies erkennt er an. Demnach bewirbt sich nicht der Mitarbeiter für einen guten Job, sondern Unternehmen bewerben sich für guten Mitarbeiter.

 

Für eine erfolgreiche Bewerbung eines Unternehmens, ist es nach seiner Meinung nach wichtig, den Bewerber auf der emotionalen Ebene abzuholen und Interesse zu wecken. Dieses Interesse zu wecken macht Recruiting so schwierig. Aufmerksamkeit wird erzeugt, wenn es um Begehren und Spannung geht und Dopamin und Noradrenalin ausgeschüttet wird. Daher sieht er im Personalmanagement eine wichtige Rolle.

Für ihn hängt der Erfolg eines Unternehmens/Startups wesentlich von den richtigen Mitarbeitern ab. Demnach würde er eher in ein erstklassiges Team und zweitklassiges Produkt investieren als umgekehrt – die Mannschaft „Team, Team, Team“ steht an erster Stelle. Deshalb sollten hier auch keine Kompromisse eingegangen werden. 

Die Regel: nicht zu spät in C-Level Mitarbeiter investieren und Weiterentwicklungen sowie Fortbildungen für die Mitarbeiter anbieten. 

Hieran scheitern viele Startups, da sie zu viele Kompromisse eingehen. Für ein erfolgreiches Business ist es daher nötig, erfahrene Personen für sich zu gewinnen. Recruiting hat Priorität. Hier ist es nicht nur wichtig die Besetzung einer Position im Blick haben, sondern das Gesamte, wie etwa das Team zu kennen oder Entwicklungspotenziale. Um die gewonnen Personen langfristig zu binden, sind eine gute Life-Work Balance, Purpose & Sinn wichtig, so Maschmeyer.

The next era of HR – create moments for your employees

DR. CHRISTIAN LIEBING

Das Thema eines guten Bewerbungsprozesses griff Dr. Christian Liebing von SAP im Anschluss auf. Hierbei betonte er, dass sich Kandidaten einen einfachen und reibungslosen Bewerbungsprozess wünschen, verglichen mit einer Online-Bestellung. Kunden würden nur dann wieder online bestellen, wenn der Prozess so gestaltet ist, dass man mit wenig Aufwand schnell zum Ziel kommt.

Daher plädiert er dafür, dass es einen Wandel im Bewerbungsprozess – weg vom Effizienzgedanken – geben sollte. Dieser soll einen nahtlosen Prozess bieten und den Bewerber in den Mittelpunkt stellen, sodass der Bewerber ein Wow-Erlebnis erfährt.

Die Verantwortung von HR sollte nicht nach dem Recruiting aufhören, zum Beispiel sei ein gutes Onboarding wichtig für die langfristige Bindung. Stärker auf das Feedback von Bewerbern und Mitarbeitern eingehen und auf diese dann zu reagieren und agieren seinen wichtig.

Auf Kommando agile! Wie befreie ich mich aus einer Absicherungskultur?

ANDREAS JAMM

Andreas Jamm (CEO bei BOLDLY GO INDUSTRIES) ​von beschäftigte sich in seinem Vortrag mit dem Thema Agilität. Sein Vortrag beruht dabei auf einem Selbstversuch. In den vergangenen 5 Jahren wurde das Unternehmen von einer klassischen Unternehmensstruktur (Hierarchie) hin zu einem agilen Unternehmen transformiert. Seine Erkenntnis – es gibt keine Agilität auf Kommando.

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Der Change Prozess ist ein schwieriger, nicht jeder Mitarbeiter passt in ein agiles Unternehmen und jedes Unternehmen muss seinen eigenen Weg finden und diesen gehen. Man kann neue Probleme nicht mit alten Denkmustern lösen. Für die Zukunft sei es wichtig, alle mit in die Entscheidungen einzubeziehen, seien es Mitarbeiter oder Kunden. Durch das Schaffen eines Konsens werden so Prozesse beschleunigt. Sein Fazit zum Change Prozess – man muss sich trauen, mutig sein und das Risiko wagen. Nur so können Veränderungen zum Erfolg führen.

Unser Fazit zum Digital Mind Change 2019

Die passenden Antworten zur digitalen Transformation sind Mut, Mitarbeiterbeteiligung, Wertschätzung und Purpose. Es gilt neue Dinge zu wagen und den Schritt Richtung Change zu nehmen – man muss einfach aktiv werden!

Über unsere Autorin

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Helena Bergmann| HR Ambassadorin von Searchtalent

Helena ist als HR Ambassadorin und Recruiterin bei Searchtalent aktiv. Durch ihre Doppelrolle ist sie bestens mit dem Tagesgeschäft der Recruiter vertraut und kennt deren Herausforderungen. Darüber hinaus ist sie als HR Ambassadorin in der HR-Szene unterwegs. Immer dort, wo die neusten Personaler-Themen diskutiert werden und aktuelle Trends im Recruiting oder Employer Branding präsentiert werden. Sie brennt für das Thema Personal und versucht ihren Lesern diese Leidenschaft in jedem ihrer Beiträge mitzugeben.

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