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Bewerberauswahl – Worauf es heute ankommt!

Bewerberauswahl - So trifft man die richtigen Entscheidungen

Recruiting setzt sich zum Ziel die passendsten Talente für Unternehmen zu finden und langfristig zu binden. Um zwischen zahlreichen Bewerbern die Besten herauszufiltern, gibt es nur einen Weg – die richtige Bewerberauswahl. Doch wie läuft Bewerberauswahl heute? Orientieren wir uns an klassischen Modellen, die uns vorgeben, wie wir Bewerber auswählen oder hören wir in Zeiten von New Work mehr auf unsere Menschenkenntnis und entscheiden nach ganz neuen Maßstäben?

bewerberauswahl-heute

Was bedeutet Bewerberauswahl?

Bewerberauswahl Definition:

Die Bewerberauswahl (oder auch Personalauswahl) ist ein Ablauf im Rahmen der Personalgewinnung. Hierbei wird anhand bestimmter Kriterien zwischen externen oder internen Bewerbern entschieden, um eine konkrete Auswahl zu treffen.

Eine erste Vorauswahl beginnt dabei bereits nach der Übermittlung der Bewerbungsunterlagen. Die Bewerberauswahl ist ein mehrstufiger Prozess, der transparent und objektiv sein sollte. 

Bei der Bewerberauswahl können Personaler, Abteilungsleiter, Betriebsrat, Führung, sonstige künftige Kollegen oder in entsprechenden Fällen auch die Schwerbehindertenvertretung beteiligt sein.

Ziel ist es, sich zwischen verschiedenen Bewerbern zu entscheiden, um so den geeignetsten Kandidaten für eine Position zu ermitteln.

Bewerberauswahl

Nach welchen klassischen Kriterien wird beurteilt?

Um überhaupt Kandidaten in eine Auswahl aufzunehmen, braucht man zunächst ein konkretes Stellenprofil, auf dessen Grundlage man seine Anforderungen in Form von fachlichen Qualifikationen und Charaktereigenschaften an die Bewerber kommuniziert. Dabei kann direkt vom Personaler unterschieden werden, ob es sich bei den Vorraussetzungen um MUSS-Anforderungen oder KANN-Anforderungen handelt.

Erste Bewerberauswahl anhand der Bewerbungsunterlagen

Für die erste Bewerberauswahl wird klassischerweise die Sichtung der Bewerbungsunterlagen vorgenommen. Hier wird sich an den Vorgaben der Stellenausschreibung orientiert. Beginnen kann man beispielsweise ganz einfach mit den formalen Kriterien.

Bei den formalen Kriterien ist es wichtig, dass die Bewerbung den Standards entspricht und auf gewünschten Weg eingegangen ist. Dazu gehört:

  • Vollständigkeit der Unterlagen
  • Lesbarkeit, korrekte Rechtschreibung etc.
  • lückenloser aktueller Lebenslauf

Diese Kriterien sind wichtig in der 1. Runde der Bewerberauswahl

Erfüllung der MUSS-Anforderungen

Im Idealfall, Erfüllung der KANN-Anforderungen

Formale Kriterien

Ist die erste Bewerberauswahl getroffen, können die Kandidaten in 3 verschiedene Kategorien eingeteilt werden.

 Kandidaten, die sehr hohe Übereinstimmungen zum Stellenprofil aufweisen. Sie können zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden.

Kandidaten, die hohe Übereinstimmungen zum Stellenprofil aufweisen und als Nachrücker für A-Bewerber infrage kommen.

Kandidaten, die nur geringe Übereinstimmungen zum Stellenprofil aufweisen und eher weniger infrage kommen.

Bewerberauswahl nach dem persönlichen Kennenlernen

Bewerbungsunterlagen geben erste Einblicke zur Qualifikation der Kandidaten, was aber besonders in heutigen Zeiten immer wichtiger wird, sind nicht die Zeugnisse oder dieses oder jenes Zertifikat, sondern die Persönlichkeit der Bewerber und Cultural Fit. Daher ist ein persönliches Kennenlernen – egal ob im Büro oder telefonisch – vor der finalen Entscheidung für das neue Top-Talent eigentlich ein echtes MUSS.

Das Vorstellungsgespräch gehört zu den wichtigsten Stationen im Recruitingprozess. Der erste Eindruck ist oft entscheidend, darüber hinaus kann man hier wirklich die Persönlichkeiten hinter den Bewerbern kennenlernen. Um diverse Eignungen und Kenntnisse besser beurteilen zu können, sind auch Tests mit den Kandidaten oder auch das Probearbeiten eine Möglichkeit.

Basis für die 2. Stufe der Bewerberauswahl:

Telefongespräch

Vorstellungsgespräch vor Ort

Probearbeit

Tests

Im Kern geht es beim persönlichen Kennenlernen darum herauszufinden, ob der Kandidat ins Team und zum Unternehmen passt.

Diese Kriterien sind wichtig in der 2. Runde der Bewerberauswahl

persönlicher Eindruck

Cultural Fit

Auswertung Probearbeit

Testergebnisse

Die finale Entscheidung bei der Bewerberauswahl

Sind alle Unterlagen und Eindrücke gesammelt sowie ausgewertet, kann die finale Entscheidung getroffen werden. Dazu werden alle relevanten Kriterien, die für oder gegen den Bewerber sprechen, zusammengefasst.

Alle Kriterien für die finale Bewerberauswahl

fachliche Qualifikationen

Cultural Fit

physische Anforderungen

soziale Kompetenzen

Am Ende gibt es keine Formel, wie der perfekte Bewerber zu sein hat oder die vorschreibt, welcher Kandidat nun der Richtige für eine Stelle ist – und das ist auch gut so! Wichtig sind die Menschen, die mit dem künftigen Kollegen arbeiten werden. Das Team muss mit dem neuen Mitarbeiter auch auf lange Sicht harmonieren.

Die finale Entscheidung sollte daher auch vielleicht nicht nur beim Personaler oder bei der Führung liegen. Die Kollegen selbst sollten auch Einfluss auf die Bewerberauswahl haben und in den Recruitingprozess eingebunden werden. Eine Möglichkeit hierzu bietet das Peer Recruiting.

Bewerberauswahl - Schritt für Schritt

  • Qualifikationen und Anforderungen klar kommunizieren
  • Stelle authentisch und korrekt beschreiben
  • erste Auswahl anhand von Eignung und formalen Kriterien
  • Telefongespräche
  • Vorstellungsgespräch vor Ort
  • Tests (psychologische und/oder physische)
  • Probearbeit
  • zweite Auswahl anhand von Cultural Fit, Eindruck etc.
  • nach dem Gesamteindruck und nach allen relevanten Kriterien entscheiden
  • das jeweilige Team in die Entscheidung mit einbeziehen

Bewerberauswahl - Worauf es heute ankommt!

Nachdem wir nun die Bewerberauswahl als solches und aus fachlichen Ansatz betrachtet haben, sollte es jetzt an der Zeit sein, noch einmal aus einer anderen Sicht auf den Prozess zu blicken.

Wenn man sich diese – eben beschriebenen – klassische Abfolge ansieht, fällt schnell auf, dass wir dem Bewerber anfangs oft recht unpersönlich begegnen und so kann es, aufgrund des kleinen Kommafehlers auf Seite X, einer noch fehlenden fachlichen Qualifikation oder einem fehlenden Bla Bla auf dem Lebenslauf, bei Befolgung der klassischen Abfolge schnell zum AUS für den Bewerber kommen.

Im Ernst – nicht immer sind die Formalität oder die Hard Skills das Entscheidende und vielleicht ist der Bewerber mit kleiner sozialer Lücke im Lebenslauf genau das Richtige für´s Unternehmen. Wir sollten uns lieber fragen, warum ist diese Lücke dort, was steckt dahinter oder – vielleicht lernen wir doch erstmal den Quereinsteiger kennen, bevor wir ihn direkt aussortieren.

Ebenso haben wir, als Recruiter, die Aufgabe dem Bewerber einen optimalen, einfachen und schnellen Bewerbungsprozess zu bieten. Candidate Experience ist hier das Stichwort! Eine gute Empfehlung eines ehemaligen Bewerbers oder eines Mitarbeiters ist einfach unbezahlbar und fördert ein positives Arbeitgeberimage.

Das sagen unsere Recruiter zum Thema Bewerberauswahl:

Arbeit 4.0, New Work, Digitalisierung und Co. vermitteln uns – seid offen und auch mal flexibel. Lasst auch Euer Bauchgefühl entscheiden und seid einfach Mensch mit Verstand und Herz

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