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Recruiting vs. Automation – Wie sieht die Zukunft aus?

Event Rückblick: HR TEC Night Hamburg 2019

Effektiver, schneller und agiler – Digitalisierung macht die Automatisierung von HR und Recruiting zu einem wichtigen und zeitgemäßen Thema. Kein Wunder also, dass Diskussionsrunden und entsprechende Veranstaltungen über KI und Automation immer gefragter werden. Wir möchten Euch mit diesem Beitrag auf ein solches Event mitnehmen!  Unsere HR Ambassadorin Marleen gibt Euch exklusive Einblicke zur HR TEC Night in Hamburg.

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Wird sich mein Job als Recruiter durch KI verändern

und gibt es zukünftig überhaupt noch Recruiter?

All dies sind Fragen, die beim Thema “Recruiting vs. Automation” aufkommen und bei der vergangenen HR Tec Night in Hamburg diskutiert wurden.

Den Einstieg in den Abends machte Robindro Ullah, Mitbegründer der HR Tec Night und Geschäftsführer beim Trendence Institut. Im Rahmen der Digitalisierung sei die Nachfrage nach tech-basierten Themenabenden und Austauschrunden unter HRlern stetig gestiegen. Daher haben er und sein Mitbegründer Michael Witt die HR Tec Night ins Leben gerufen. Wie groß die Nachfrage und das Interesse waren, zeigte sich vor allem auch in der No-Show Rate der Teilnehmer von 0%!

Warum Automation heute einfach notwendig ist

Nach einer kurzen Einleitung übergab Robindro dann an den ersten Speaker Rudi Bauer, ( Chief Evangelist bei Stepstone ) der das Thema “Automation vs. Bauchgefühl: Warum Automatisierung steuerbar bleiben muss” in den Vordergrund stellte. Zu Beginn verwies er darauf, dass es immer schwieriger sei, geeignete Kandidaten zu finden. Uns allen ist dieser Trend schon längere Zeit als Fachkräftemangel bekannt. Daraus ergeben sich 3 neue Herausforderungen für die Recruiter von heute:

1. geeignete Kandidaten finden

2. genug Kandidaten finden

3. den Zeitdruck bewältigen

Laut Bauer sind gute Kandidaten innerhalb von 3-5 Tagen nicht mehr am Arbeitsmarkt verfügbar. Dementsprechend spielt Schnelligkeit eine unheimlich wichtige Rolle, die vor allem durch automatisierte Prozesse innerhalb eines Unternehmens gewonnen werden kann. So kann Automation u.a. bei der Optimierung von Bewerbungsprozessen und der Candidate Experience helfen.

Als Beispiel nannte Rudi Bauer hier die One-Click-Application, die verhindert, dass Kandidaten sich ewig durch mehrere Prozessschritte und Eingabemasken kämpfen müssen. Derzeit bietet jedoch nur eine handvoll Unternehmen diese Option an. Dementsprechend schlummert hier ein großes Verbesserungspotential durch ein schnelles und automatisiertes Verfahren.

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der Bewerber wollen gerne One-Click-Bewerbungen in Anspruch nehmen.

Ein weiteres Problem, das Rudi Bauer ansprach, ist die niedrige Antwortquote von Unternehmen auf eingegangene Bewerbungen.

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aller Bewerber erhalten keine Antwort auf ihre Bewerbung

Gerade aus Sicht des Bewerbers, der sich aktiv bei einem Unternehmen bewirbt und somit ja auch comitted, ist eine fehlende Rückmeldung sehr enttäuschend. Durch fehlende Wertschätzung leidet die Candidate Experience und somit die Reputation der Arbeitgebermarke. Auch hier könnte man mit automatisierten Prozessen entgegenwirken und somit sicherstellen, dass auch alle Bewerber zeitnah eine Antwort erhalten.

Prinzipiell ist die Grundeinstellung zur Vollautomatisierung innerhalb des Recruiting jedoch sehr gemischt. Der persönliche Eindruck und die menschliche Komponente sollten neben Algorithmen und Automation nicht fehlen.

Der Recruiter und die KI - Wie sieht die Zukunft aus?

Als zweiter Speaker widmete sich Tim Verhoeven, Head of Recruiting & Employer Branding bei BearingPoint, dem spannenden Thema: “Wie sich unser Alltag im Recruiting ändern wird”. Ausgangspositionen waren Fragen, die sich wohl jeder Recruiter stellt:

Wie wird sich mein Job durch KI verändern?

Gibt es uns Recruiter zukünftig überhaupt noch?

Um diese Fragen besser beantworten zu können, wurden zunächst die grundlegenden Aufgabenbereiche eines Recruiters aufgezeigt und anhand dieser Aufgabenbereiche Beispiele für bereits existierende KI- und Automatisierungstools gegeben.

So gibt es für das Prüfen von Bewerbern bereits Tools, die beispielsweise semantische Suche nutzen und im Rahmen eines CV Parsing passende Kandidaten vorschlagen.

Chatbots, Tracking und Reporting - Recruiting wird zahlenlastig

Für die Bewerberkommunikation setzen Unternehmen teilweise schon Chatbots ein. Der größte Vorteil hierbei – interessierte Bewerber können auch am Wochenende Antworten auf ihre Fragen erhalten und müssen nicht auf die Rückmeldung des Recruiters warten.

Wie man einen Chatbot richtig zum Einsatz bringt, zeigt das “Google Assistant” Beispiel von Allianz. Mit den Worten “I want to talk to Allianz Careers” erhält man Informationen über die Unternehmenswerte, Zahlen und den Rekrutierungsprozess und kann zusätzlich noch realitätstreue Interviewfragen üben!

Auch beim Führen von telefonischen und persönlichen Interviews gibt es schon unterstützende Tools, wie Robot-Vera, eine KI-basierte Recruiting-Lösung, die Kandidaten sucht, anspricht, Interviews koordiniert, führt und bewertet – vor allem in Russland sehr beliebt.

Zudem kann der Recruiter von morgen beim Performance-Tracking und Reporting durch die Nutzung automatisierte Lösungen wie HRI Solutions, Tableau oder Google Data Studio einiges an Zeit sparen. An dieser Stelle gab Tim Verhoeven auch die generelle Einschätzung, dass Recruiting zukünftig deutlich zahlenlastiger werden wird.

An Automation kommen wir nicht vorbei!

Bezugnehmend auf die Ausgangsfragen, wird der Job des Recruiters sich also definitiv ändern. Viele standardisierte Aufgaben werden zukünftig durch automatisierte und KI-basierte Recruiting-Lösungen wegfallen. Auch Weiterbildungen werden wohl mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, um mit den HR-Tools der Zukunft Schritt zu halten und arbeiten zu können. Jedoch wird der Recruiter als solches nicht komplett wegfallen, da die menschliche Komponente, wie Rudi Bauer auch bereits angemerkt hatte, noch lange nicht durch KI ersetzt werden kann.

FAZIT

Für mich war der Besuch der HR Tec Night definitiv lohnenswert! Ich persönlich finde es wichtig und gut, dass zum Teil auch kritische Meinungen der Speaker und Teilnehmer geäußert wurden. Auch ich habe mich natürlich schon des öfteren gefragt, ob es uns Recruiter zukünftig überhaupt noch geben wird. Diese Bedenken konnten definitiv beseitigt werden. Die neuen Technologien braucht man definitiv nicht zu fürchten. Stattdessen sollte man Automation eher als Unterstützung sehen, die einem viele zeitaufwendige Arbeitsschritte abnehmen kann.

Durch meine Tätigkeit als Recruiterin bei Searchtalent habe ich erstmals Erfahrungen mit der Nutzung einer KI-basierten Recruiting-Lösung sammeln können und kann dadurch bestätigen, dass Automatisierung uns den Arbeitsalltag massiv erleichtert. Sofern man einmal das Vergnügen hatte, möchte man diesen Luxus definitiv nicht mehr missen!

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Marleen Merke| HR Ambassadorin von Searchtalent

In ihrer Doppelrolle als Recruiter und HR Ambassador versucht Marleen Merke für Kunden unterschiedlichster Art Unicorns ausfindig zu machen und besucht darüber hinaus HR-Events und MeetUps. Neue Trends und Innovationen überschwemmen den Recruiting-Markt tagtäglich, weshalb es für Recruiter essentiell ist, stets auf dem aktuellsten Stand zu sein. Da jedoch nicht alle Recruiter die Zeit und Möglichkeit haben, an Events dieser Art teilzunehmen, fasst Marleen die erlangten Kenntnisse und Anregungen für den Searchtalent Blog zusammen.

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