Angst vor KI – Wie sehr vermenschlichen wir Roboter?

Angst vor KI Robot Recruiting Digitalisierung

Robot-Recruiting - Warum Vermenschlichung von Robos Angst macht

Laut der Studie „Sex, Lies and A.I“ empfinden rund 4 von 10 Deutschen bei der stetigen Weiterentwicklung von KI negative Gefühle, wie Angst, Misstrauen und Skepsis. Dazu kommt noch die Angst, dass ein Robo den eigenen Arbeitsplatz übernehmen könnte. Woher kommen diese Ängste? Wie sehr werden Roboter mit KI vermenschlicht und wie viel Mensch steckt in der Maschine?

Angst vor KI Robot Recruiting Digitalisierung

Roboter mit KI - Zwischen Fakt, Gedankenspiel und Zukunftsvision

Der kleine Paul möchte später mal Recruiter werden. Man erklärt ihm daher schon heute, was er wann zu tun hat und wie man sich in dieser und jener Situation zu verhalten hat. WENN DAS, DANN DAS – nur einer von vielen Grundsätzen, die Paul erlernen muss. Das gute an Paul ist – er tut immer das, was man ihm sagt!

Paul ist ein angehender Robot-Recruiter mit KI.  

Noch immer herrscht große Skepsis in Sachen Roboter, doch woher kommt eigentlich die Angst vor KI? Es ist ein Wechselspiel aus Faszination und Misstrauen. Manch einer kann sich erst gar nicht vorstellen, was eine Künstliche Intelligenz ist, was sie kann oder gar noch können wird.

Besonders groß ist die Befürchtung, dass Maschinen uns überlegen sein werden oder, wie im aktuellen Science-Fiction Serien-Drama Westworld, dass Roboter ein Bewusstsein entwickeln und der Mensch die Kontrolle über sein eigenes Werk verliert.

An dieser Stelle geht es vor allem um Wahrnehmung, Vermenschlichung und letztendlich auch um das Verständnis für Roboter und deren Funktionsweise.

Die Angst wird erzeugt durch:

  • Unwissenheit über KI und Roboter
  • Wahrnehmung geprägt durch Erfahrung, Annahmen und visuelle Reize
  • Vermenschlichung von Maschinen
  • Befürchtung von Kontrollverlust und Missbrauch von Maschinen

Mensch und Maschine - Eine Frage der Perspektive

Der Mensch führt Bewegungen und Handlung mit elektrischen Impulsen, die von Nerv zu Nerv springen, aus. Auch Maschinen nutzen elektrische Impulse, dass macht sie aber längst nicht zum Menschen. Genau genommen, ist alles, was ein Mensch erschafft ein menschliches Werk seiner Psyche und seines Verstandes.

Ein gezeichnetes Bild – ist ein menschliches Werk,

ein geschriebenes Buch – ist ein menschliches Werk …

… und auch ein Roboter – ist ein menschliches Werk.

Die Roboter können also nur so gut sein, wie wir sie erschaffen haben. Eine Maschine handelt uneingeschränkt objektiv und logisch und vor allem so, wie sie programmiert wurde. Die Logik der Maschine beruht dabei auf der Logik des Programmierers und der ist aktuell nun mal menschlich. Es steckt dadurch auch Mensch in der Maschine.

Zu viel Vermenschlichung erzeugt jedoch Angst und Misstrauen. Das kann man auch auf visueller Ebene feststellen. Der Roboter Pepper ist hier ein Beispiel für einen echten KI-Sympathieträger. Er hat zwar optisch menschliche Züge, lässt sich aber eindeutig als Roboter erkennen und wirkt mit seinen 1,20 Metern Größe eher wie ein niedliches Kind und somit weniger bedrohlich.

Im Gegenzug gibt es aber auch die Darstellung von Maschinen als menschlicher Ersatz. Die enorme Ähnlichkeit zum Menschen wirkt wesentlich einschüchternder und in gewissen Maß auch schnell bedrohlich. Hier ist der Robo absolut ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen.

Angst vor KI Roboter Pepper
Roboter Pepper als echter Sympathietrgäger
Angst vor KI Roboter vermenschlicht
Roboter mit stark menschlicher Optik

Keine Angst vor KI:

  • Maschinen sind ein menschliches Werk und nur so gut wie ihr Programmierer.
  • Maschinen sollten optisch nicht zu menschlich sein, um nicht bedrohlich zu wirken.

Wie weit geht der Horizont - Alles eine Frage des Rahmens

Was bei den Robos wesentlich wichtiger, als die Erscheinung ist, sind die inneren Werte. Wir möchten die Kontrolle über die KI behalten. Wie bereits festgestellt, sind die Maschine nur so gut wie ihr Schöpfer. Die Intelligenz einer KI sollte sich vor allem in einem gewissen Rahmen bewegen, der nicht überschritten wird. Natürlich arbeitet die KI schneller, objektiver und effektiver als ein Mensch, jedoch tut sie das nur, weil es ihr gesagt wurde.

Zudem werden oft nur eindimensionale Klassifizierungsmaschinen gebaut. Eine Maschine, die wie ein Mensch funktioniert (Sinne als Input – authentisches menschliches verhalten als Output) ist mit Machine Learning aktuell schwer zu erreichen. Zwar können Wahrnehmungen kategorisiert und in Zusammenhang gebracht werden, um so komplexere Entscheidungen zu treffen. Allerdings braucht man dazu einen unvorstellbar großen Datensatz, um eine Maschine ansatzweise menschenähnlich handeln zu lassen.

Ein Beispiel dazu – Selbst Amazon Alexa schafft es noch nicht im geringsten, menschenähnlich zu wirken, obwohl sie nur eine Dimension der Wahrnehmung abdecken muss. Grundsatzforscher sind sich dazu bislang nicht einmal sicher, ob Machine Learning überhaupt jemals die menschliche Intelligenz auf sinnvolle Art und Weise verstehen kann.

Keine Angst vor KI:

  • Eine KI sollte eine kontrollierbare Intelligenz in einem gewissen Rahmen besitzen.
  • Aktuell ist es noch nicht möglich Maschinen mit menschlichen Verhalten zu schaffen. Vielleicht wird dies auch niemals möglich sein!

Eine Zukunft mit der KI

Vielleicht werden wir eines Tages einem Roboter beim Bewerbungsgespräch die Hand schütteln. Automatisierung und Digitalisierung gehören zur Entwicklung der menschlichen Gesellschaft dazu. Die Frage ist nur, wie weit wir gehen, wie weit wir gehen können und wann / wie KI auch missbraucht werden kann. Die Sorgen sollten daher weniger der KI, sondern mehr deren menschlichen Entwicklern gelten. Die Maschinen können nur wenig für den menschlichen Geist, der sie programmiert hat.

Roboter mit KI – es kommt darauf an, was wir daraus machen!

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